Konzept und Sponsoren

Die nationalsozialistischen Euthanasieverbrechen betrafen mehr als 200.000 Menschen. Von 1939 bis 1945 wurden in Heimen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Menschen mit Behinderung vergast, erschossen, durch tödliche Injektionen getötet und verhungert gelassen. Nach der Befreiung im Jahr 1945 endeten die Tötungen und es begannen die Auseinandersetzungen um den Umgang mit dieser Vergangenheit. Es kam zu Prozessen gegen die Täter und Täterinnen, die meisten allerdings konnten weitgehend unbeschädigt ihre Karrieren im Nachkriegsdeutschland fortsetzen. Die Opfer hingegen blieben auch nach 1945 als „erbkrank“ oder „lebensunwert“ der politisch-gesellschaftlichen Stigmatisierung ausgesetzt.

Erst nach langem, zähen Ringen wurden die Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation anerkannt und geringfügig entschädigt. Mittlerweile ist der Forschungsstand zur Geschichte der Euthanasieverbrechen im Deutschen Reich, begünstigt durch das Auffinden neuer Archivmaterialien nach dem Ende der Teilung Europas 1989 und das Aussterben der Tätergeneration, einigermaßen zufrieden stellend, obwohl noch viele Detailfragen ungeklärt bleiben.

Analog zum fortschreitenden  Einigungsprozess Europas wird es immer wichtiger, sich über die gemeinsame Vergangenheit zu verständigen. Wie es sich am Beispiel des Holocaust zeigen lässt, gelang es einer interessierten europäischen (und weltweiten) Öffentlichkeit, ein gemeinsames Verständnis davon zu entwickeln, die Vernichtung der europäischen Juden als singuläre Katastrophe der Vergangeheit und als Herausforderung für die Gegenwart zu betrachten.

So ist es die nächste Herausforderung, Fragen zu stellen nach der Bedeutung der national-sozialistischen Euthanasieverbrechen für das Hier und Heute im Europa des 21. Jahrhunderts.

Von besonderer Bedeutung ist der Aspekt der Nachhaltigkeit und der europäischen Vernetzung:  Ein Konferenzblog sowie ein Livestream wird sowohl den Konferenzteilnehmern gegenüber die organisatorischen Vorbereitungen transparent machen, als auch während der Konferenz live über Diskussionen und Ergebnisse berichten, so dass Menschen aus allen Teilen Europas Gelegenheit haben werden, sich zu informieren und ihre Meinung zu bilden.

Dank unserer Förderer wurde die Konferenz möglich:

evz_logo

Logo_DPW_580px

eu_flag_europe_for_citizens_de

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen

 

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s